Mutmaßlicher Geheimnisverrat Zwei Festnahmen im Vatikan

Im Vatikan sind zwei Personen festgenommen worden, die möglicherweise vertrauliche Informationen weitergegeben haben. Wie der Vatikan mitteilte, wurden ein Geistlicher und eine Frau am Wochenende unter Arrest gestellt.

Die Frau sei jedoch am Montag wieder freigelassen worden. Die beiden Arreste stehen möglicherweise im Zusammenhang mit der bevorstehenden Veröffentlichung von zwei Enthüllungsbüchern über den Vatikan.

Zwei Mitglieder einer Papst-Kommission

In einer Erklärung des Vatikans hieß es, der spanische Priester Lucio Ángel Vallejo Balda sei im Zuge von Ermittlungen über die „Entwendung und Enthüllung“ als geheim eingestufter Dokumente festgesetzt worden. Vallejo Balda, ein Mitglied des erzkonservativen katholischen Bunds Opus Dei, war Sekretär der ehemaligen Kommission für die Überprüfung der Wirtschafts- und Verwaltungsstrukturen (Cosea) des Vatikans, die Papst Franziskus eingerichtet hatte.

Der Erklärung zufolge nahm die Schweizer Garde am Samstag zusammen mit Vallejo Balda auch das Cosea-Mitglied Francesca Chaouqui fest. Weil diese mit den Ermittlern zusammenarbeitete, wurde sie wieder freigelassen.

Die beiden seien bereits über das Wochenende befragt worden. Der Geistliche sitze in einer Gefängniszelle im Vatikan, so ein Sprecher.

Enthüllungsbücher über Vatikan-Finanzen vor Veröffentlichung

Am Mittwoch will der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi in Rom ein Buch über die „unglaubliche Geldverschwendung durch die Kirchenführung“ vorstellen. Am gleichen Tag will der italienische Journalist Emiliano Fittipaldi ein Buch mit ähnlichem Thema präsentieren.

Angeblich Computer-Hack bei Vatikan-Finanzprüfer

Am Wochenende hatten italienische Medien berichtet, im Vatikan sei der Computer des Finanzprüfers Libero Milone gehackt worden. Milone, der erst im Juni von Papst Franziskus zum Generalrevisor ernannt worden war, habe Anzeige erstattet. Das schrieb die Turiner Zeitung „La Stampa“.

Die vatikanische Gendarmerie habe Ermittlungen aufgenommen. Es gebe Verdächtige innerhalb der Kurie. Vom Vatikan gab es dazu bis Sonntag keine Stellungnahme.

Die Ernennung Milones ist Teil der von Papst Franziskus eingeleiteten Kurien-Reform. Er soll die Finanzen sämtlicher Dienststellen im Kirchenstaat überprüfen. Die Zeitung sprach angesichts des mutmaßlichen Hacker-Angriffs von einem „neuen Klima von Gift und Verdacht“.

Erinnerungen an Vatileaks

2012 hatte der sogenannte Vatileaks-Skandal um enthüllte Papiere des emeritierten Papstes Benedikt XVI. den immer noch weitgehend abgeschotteten Kirchenstaat erschüttert. Dieser erklärte die Enthüllung vertraulicher Dokumente und Informationen 2013 per Gesetz zum Strafdelikt

Quelle:

vatikan-nimmt-priester-und-doktorin-fest

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