Stiller Abschied von Frau „Mputu“ Rosen und Luftballons für Marie auf dem Melatenfriedhof Stiller Abschied von Frau „Mputu“: Rosen und Luftballons für Marie auf dem Melatenfriedhof

Köln.

Schlicht, bescheiden, würdevoll – genauso wie Jean Kitenge Muembo es sich gewünscht hatte. In aller Stille hat der 53-Jährige am Mittwoch seine Frau Marie Jose auf dem Melatenfriedhof zu Grabe getragen. Ein paar Blumengestecke und ein Bund roséfarbener Rosen schmückten das Grab. Mehr nicht.

Etwa 50 Menschen, denen das Schicksal des kongolesischen Ehepaars vom Busbahnhof am Breslauer Platz besonders zu Herzen geht, haben ihn bei der Trauerzeremonie begleitet. Während der helle Holzsarg in die Erde hinabgelassen wurde, ließen sie rote Luftballons steigen. „Passe im Himmel gut auf deinen Sohn auf, Marie“, rief eine Frau. Jean Kitenge Muembo weinte leise.

Bis zuletzt hatte das Ehepaar auf Bussteig 5 gelebt. Fast zweieinhalb Jahre harrten die beiden auf zwei harten, orangefarbenen Plastiksitzen aus und schliefen auch dort. Still haben Jean Kitenge Muembo und seine Frau damit gegen den Entzug des Sorgerechts für ihren kleinen Sohn vor einigen Jahren protestiert. Inzwischen lebt der Junge in einer Pflegefamilie. Eine Wohnung, die die Stadt dem Ehepaar angeboten hatte, lehnten die beiden ab. Bis heute habe ihm das Jugendamt nicht mitgeteilt, warum man ihm seinen Sohn überhaupt weggenommen habe, klagt Muembo.
Stadtverwaltung: Dem Jungen geht es gut

Mit Verweis auf den Datenschutz äußert sich die Stadtverwaltung nicht näher zu dem Fall. Nur so viel: Dem Jungen gehe es gut. Vor zwei Wochen starb Marie Jose Pele-Yamokombo an einer Lungenembolie. Sie war plötzlich auf dem Bussteig zusammengebrochen und nicht mehr zu sich gekommen.

Nun kümmert sich ein enger Kreis von Unterstützern um den Witwer, der seit zwölf Jahren in Deutschland lebt. In der Nacht vor der Beerdigung haben die Helfer Jean Kitenge Muembo ein Hotelzimmer bezahlt. Von ihren Spenden konnte er sich auch Kleidung für die Beerdigung kaufen. Als nächstes wollen sie ihm helfen, eine Wohnung zu bekommen.

Die Kosten für die Bestattung hat die Stadt Köln übernommen. Während der Trauerzeremonie in der Friedhofskapelle wurde ein Kondolenzschreiben von Oberbürgermeisterin Henriette Reker verlesen. Darin äußert sie ihre Betroffenheit und ihr Beileid und bietet dem 53-Jährigen einen Termin mit ihren Mitarbeitern an, um seine Situation zu besprechen.

Stiller Abschied von Frau „Mputu“: Rosen und Luftballons für Marie auf dem Melatenfriedhof | Köln – Kölner Stadt-Anzeiger – Lesen Sie mehr auf:

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s