Junge aus Otterbach sollte in ein Heim Keine Ermittlungen gegen Polizisten

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wird nicht gegen zwei Polizisten ermitteln, gegen die Anzeige nach einem Internetvideo eingegangen war. Ein Zwölfjähriger sollte in einem Heim untergebracht werden.

Die beiden Beamten waren vergangene Woche in Otterbach in einer Familiensache zur Hilfe gerufen worden. Der Gerichtsbeschluss sah ausdrücklich vor, dass auch unmittelbarer Zwang angewendet werden und Polizisten falls erforderlich hinzugezogen werden könnten. Der Junge weigerte sich, die Wohnung zu verlassen und wehrte sich heftig gegen die Polizisten. Die Aktion wurde mit einem Handy gefilmt und ein 16-minütiges Video ins Internet gestellt.

Die Staatsanwaltschaft teilte nach Prüfung des Films mit, man sehe „aufgrund der vorliegenden Informationen keine Anhaltspunkte, die die Aufnahme von strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Polizeibeamten wegen der Art und Weise ihrer Vollzugshilfe rechtfertigen“. Es werde nicht gegen die Beamten ermittelt.

Junge hatte sich Rollladengurt um Hals gewickelt

Neben dem Video hatte die Behörde auch den entsprechenden Gerichtsbeschluss, das Protokoll des Gerichtsvollziehers, der ebenfalls vor Ort war, die Einsatzberichte der Polizeibeamten und ein ärztliches Attest des Jugendamts gesichtet. Sie kommt zum Schluss, dass die Polizisten erst dann „Zwang anwendeten, als alle Überredungsversuche nichts nützten“. Sie seien verpflichtet gewesen, Zwangsmittel einzusetzen.

Der Zwölfjährige sei gefesselt worden, nachdem er sich einen Rollladengurt um Hals und Arm gewickelte hatte und sich damit selbst gefährdete. Zudem habe er sich heftig, auch mit Bissen, dagegen gewehrt, mitgenommen zu werden.

Vermeintlicher Tritt bewahrheitet sich nicht

Die Staatsanwaltschaft nimmt auch Bezug auf den Vorwurf, einer der Beamten hätte den Jungen getreten. „Die auf dem Video zu sehende Bewegung eines Beamten kam dadurch zustande, dass er den Jungen, der sein Bein umklammerte, abzuschütteln versuchte.“ Diese ergebe sich insbesondere aus den Aussagen des Gerichtsvollziehers.

Die Fesseln seien entfernt worden, als sich das Kind einsichtig zeigte. Sie mussten aber erneut angelegt werden, als „das Kind seine Angriffe fortsetzte“.

Unklar, von wem das Video stammt

In dem Video ist zunächst zu sehen, wie sich der Zwölfjährige weigert, die Wohnung zu verlassen. Er schreit hinter verschlossener Tür immer wieder verzweifelt: „Mama, mach doch was!“. Nach einiger Zeit kommen schließlich die beiden Beamten in die Wohnung.

Von wem das 16-minütige Video stammt, ist nicht klar. Dort ist eine Frau zu hören, die sagt, die Tante des Jungen habe gefilmt. Die gleiche Frau, die nur zu hören, nicht zu sehen ist, spricht auch davon: „Wir müssen die verdammten Verbrecher dingfest machen“. Damit meint sie die Polizisten. Was sie mit der Geschichte zu tun hat, wird aber nicht klar.

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