Prozess in BochumDreister Trick! Polizisten wollten 5 Millionen Euro Elterngeld ergaunern

Ein Polizist und sein Ex-Kollege haben versucht, mit erfundenen Kindernamen und gefälschten Unterlagen bei mehr als 200 Kommunen Elterngeld in Millionenhöhe zu kassieren. Bei Erfolg hätten sie knapp fünf Millionen Euro kassiert. Doch eine Beamtin aus Celle roch den Braten.

Eine Mitarbeiterin der Elterngeldstelle im niedersächsischen Celle kam den Betrügern auf die Schliche: Mit falschen Geburtsurkunden zu nicht existierenden Kindern, fingierten Gehaltsabrechnungen und Krankenkassenbescheinigungen wollten sich zweiPolizistenbei deutschen Kommunen Elterngeld in Höhe von insgesamt 4,9 Millionen Euro ergaunern.

Die Betrüger hatten nach Angaben des Sozialministeriums in Hannover in über 200 Elterngeldstellen bundesweit versucht, an Geld zu kommen. Jetzt wird ihnen vor dem Landgericht Bochum der Prozess gemacht, berichtet die „Bild“.

Urkunde sah „anders aus als üblich“

Der Behördenmitarbeiterin in Celle waren 2015 Zweifel an der Echtheit der ihr vorgelegten Unterlagen gekommen. „Mir ist es zuerst an der Urkunde aufgefallen, die anders aussieht, als üblich“, sagte die Frau. Die Geburtsurkunde war gefälscht, das Kind dazu fiktiv. Da der Antragsteller auf Elterngeld nicht in Celle gemeldet war, rief die Mitarbeiterin beim Standesamt in Braunschweig an, von dem die Urkunde angeblich stammte. Die Beamtin, die das Papier angeblich ausgestellt hatte, war dort nicht bekannt.

Auch eine Krankenkassenbescheinigung und eine vorgelegte Gehaltsabrechnung erwiesen sich nach einigen Telefonaten und Datenabgleichen der Sachbearbeiterin als professionelle Fälschungen. Deshalb vermutete die Beamtin hinter dem Betrugsversuch keinen Einzelfall. Die Stadt Celle schaltete das Ministerium und dieses die Behörden bundesweit ein.

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